Begegnung im Wald
Mittlerweile erreichte auch der König und sein Gefolge das Gut. Mit einem riesigen Aufgebot schritten sie durch das große Tor in den Hof. Der König schaute nach hinten und wunderte sich das der Prinz und seine zwei Begleiter nicht zu sehen waren, auch der Präzeptor konnte sich nicht erklären, wo die jungen Herren abgeblieben waren. Die Begrüßung auf dem Gut war standesgemäß und jeder senkte demütig sein Haupt, bis auf die Gutsherrin und ihrer Tochter, die dem König mit einem tiefen Knicks entgegentraten.
Für Aschenbrödel gab es nichts Schöneres, als die unberührte Natur zu genießen. Sie ritt, wie ein Mann, so wie ihr Vater es ihr beigebracht hatte und selbst quer liegende Baumstämme übersprang sie mühelos. Bei einer Lichtung fielen ihr drei Gestalten auf. Sie stieg vom Pferd und versteckte sich hinter einem Busch, um deren Treiben zu beobachten. Offensichtlich waren sie gerade dabei ein Rehkitz zu erlegen. Aschenbrödel hatte Mitleid mit dem Kitz und gerade als einer von ihnen seine
Armbrust anlegte formte sie einen Schneeball, der prompt im Gesicht des Missetäters landete wodurch sein Pfeil das Kitz verfehlte. Erst jetzt wurde klar, wen sie da getroffen hatte. Es war der Königssohn, der Prinz, gefolgt von zwei seiner Kameraden, Kamil und Vitek. Sie bemerkten das Mädchen und eine Jagd quer durch den Wald begann, an dessen Ende Aschenbrödel von den Dreien eingekreist wurde. Sie stand mit dem Rücken an einem Baum und wurde sorgfältig und amüsiert gemustert.
Dem Prinzen fiel auf das es nur ein kleines Mädchen war, Vitek wollte ihr den Po versohlen und Kamil mit ihr ins Gestrüpp fliegen. Als die Drei so ihre Späße trieben und einen Moment nicht aufpassten, schlug sie dem verdutzten Prinzen die Mütze ins Gesicht und entwich den Dummköpfen. Die Jagd startete erneut, bis Aschenbrödel die Pferde des Prinzen und seinem Gefolge erreichte, die ihr Dicht auf den Fersen waren. Sie wunderte sich das drei Männer es nicht mit ihr aufnehmen konnten, und schnappte sich das Pferd des Prinzen.
Die Drei schrieen ihr hinterher, denn Selbst der Stallmeister des Schlosses traute sich nicht an das wilde Pferd, doch das konnte Aschenbrödel nicht beeindrucken. Sie Ritt zu ihrem eigenen Pferd und mit einem Klaps schickte sie das Pferd des Prinzen zu den Dreien zurück, und verschwand im dichten Wald.
Als von den Dreien wieder jeder sein Pferd hatte, erklang eine Stimme hinter ihnen. Es war der Präzeptor, der den Auftrag hatte die jungen Herren zu unterrichten. Ohne ihn weiter zu beachten machten Sie sich auf und davon.

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